Martin Schulz im Angriffsmodus: „Immer wenn Sie etwas loswerden wollen, ist es Rot-Grün”, unterstellt er der Kanzlerin. Merkels Vorwurf, dass in den unsicheren Bundesländern, in denen bei der Polizei gespart werde, meistens die SPD an der Macht sei, konterte Schulz mit einem Verweis auf Sachsen-Anhalt. Schulz zufolge werde es seit 20 Jahren von der CDU regiert und sei das Flächenland mit der höchsten Kriminalitätsrate. Tatsächlich ist Sachsen-Anhalt das Flächenland mit der höchsten Kriminalitätsrate pro 100.000 Einwohner. Das Bundesland wird allerdings nicht seit 20‑, sondern erst seit 15 Jahren von der CDU regiert. Die Aussage stimmt also überwiegend, ist aber vereinfachend.
Zum Ende des TV-Duells wurde es noch einmal spannend. Martin Schulz fragte Merkel, ob sie wisse, welches Bundesland die höchste Kriminalitätsrate aufweise. Die Antwort, die er selbst auf die Frage gab, stimmt: Das CDU-regierte Sachsen-Anhalt ist mit 8.749 Straftaten (2016) pro 100.000 Einwohner das Flächenland mit der höchsten Kriminalitätsrate. Dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen, aber weit entfernt von den derzeit SPD-geführten Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin, in denen die Kriminalitätsrate deutlich höher liegt. Auch Sachsen-Anhalt war übrigens zwischen 1994 und 2002 SPD-regiert — unter dem Ministerpräsidenten Reinhard Höppner.
Fazit: Insgesamt stimmt die Aussage von Kanzlerkandidat Martin Schulz überwiegend, ist aber vereinfachend. Sachsen-Anhalt ist tatsächlich das Flächenland mit der höchsten Kriminalitätsrate. Das Bundesland war jedoch in den letzten 20 Jahren nicht durchgehend von der CDU regiert, wie Schulz behauptet. Außerdem ist der Abstand zu NRW relativ gering.
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