Urban Legend?, Faktencheck

» Flüchtlinge sind krimineller als deutsche Staatsbürger!«

Es ist eine der heikels­ten Fragen in der deut­schen Asyl­de­batte und wird häufig poli­tisch instru­men­ta­li­siert: Sind Geflüch­tete krimi­nel­ler als Deut­sche? Um die Frage zu beant­wor­ten, stüt­zen wir uns auf die poli­zei­li­che Krimi­nal­sta­tis­tik und die kürz­lich erschie­nene Studie Zur Entwick­lung der Gewalt in Deutsch­land. Das Fazit: durch mehr Geflüch­tete, das heißt durch mehr Einwoh­ne­rIn­nen, gibt es auch mehr Gewalt­ta­ten. In eini­gen Berei­chen sind Geflüch­tete, so die Zahlen, krimi­nel­ler als Deut­sche – doch die Zahlen können trügen, warnen selbst die Verfas­ser der Studien. Die Aussage, dass Flücht­linge krimi­nel­ler sein sollen als Deut­sche, stimmt teil­weise, ist aber verein­fa­chend.

Laut der poli­zei­li­chen Statis­tik für das Jahr 2016 hat es in Deutsch­land im Vergleich zum Vorjahr weni­ger Straf­an­zei­gen gege­ben – wenn man auslän­der­recht­li­che Verstöße unbe­rück­sich­tigt lässt. Das ist deshalb sinn­voll, weil es sich dabei um Verstöße handelt, die nur Auslän­de­rIn­nen bege­hen können, und die daher die Statis­tik verzer­ren. Ein Beispiel wäre ein Aufent­halt in Deutsch­land ohne gülti­ges Blei­be­recht. Der leichte Rück­gang von Straf­an­zei­gen von 2015 auf 2016 ist inso­fern bemer­kens­wert, als dass die Zahl der Einwoh­ne­rIn­nen im glei­chen Zeit­raum zuge­nom­men hat. 2015, dem ersten Jahr, in dem die Zahl der Geflüch­te­ten in Deutsch­land stieg, blieb die Anzahl der Straf­an­zei­gen auf dem Niveau des Vorjah­res. Betrach­tet man die Entwick­lung aller Straf­an­zei­gen einschließ­lich auslän­der­recht­li­cher Vorstöße, so stieg die Krimi­na­li­tät von 2014 auf 2015 um 4,1 Prozent und von 2015 auf 2016 um 0,7 Prozent (hier auf Seite 8).

Eindeu­tig ange­stie­gen ist aber, laut der poli­zei­li­chen Krimi­nal­sta­tis­tik, die Zahl der Gewalt­de­likte. Zwischen 2002 bis 2007 stieg die Zahl der Straf­an­zei­gen von Gewalt­kri­mi­na­li­tät, zwischen 2008 und 2014 war sie rück­läu­fig und seit dem Jahr 2015 stieg sie erneut an (hier auf Seite 79). „Es gibt weni­ger Wohnungs­ein­brü­che, Laden­dieb­stähle und Betrugs­de­likte. Aber mehr Gewalt­de­likte aller Art, mit Ausnahme von einem Rück­gang bei den Raub­de­lik­ten“, so Bundes­in­nen­mi­nis­ter Thomas de Maizière in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Laut der Poli­zei­sta­tis­tik ist der Anteil der Straf­an­zei­gen gegen Zuge­wan­derte gestie­gen. Die Krimi­nal­sta­tis­tik umfasst unter der Kate­go­rie „Zuwan­de­rer“ Perso­nen mit Aufent­halts­sta­tus „Asyl­be­wer­ber“, „Duldung“, „Kontingentflüchtling/ Bürger­kriegs­flücht­ling“ und „uner­laubt“ – Perso­nen mit posi­tiv abge­schlos­se­nem Verfah­ren gehö­ren nicht dazu. 2014 verüb­ten die Zuge­wan­der­ten 3,0 Prozent aller Straf­an­zei­gen in Deutsch­land, ein Jahr später 5,7 Prozent, 2016 dann 8,6 Prozent. Damit sind Zuge­wan­derte in der Krimi­nal­sta­tis­tik über­re­prä­sen­tiert: nach Schät­zun­gen des Tages­schau-Fakten­fin­der stel­len sie insge­samt einen Anteil von knapp 2 Prozent an der Gesamt­be­völ­ke­rung dar. In eini­gen Kate­go­rien von Gewalt­de­lik­ten war der Anteil von Zuge­wan­der­ten 2016 sogar noch höher, zum Beispiel bei Verge­wal­ti­gung und sexu­el­ler Nöti­gung (2016: 14,9 %), Raub (14,3 %) und Straf­ta­ten gegen das Leben (12 %). Die Poli­zei­sta­tis­tik scheint also zu bele­gen, dass Geflüch­tete krimi­nel­ler sind als Deut­sche. Doch die Wahr­heit hinter den Prozent­zah­len ist komple­xer.

Inter­pre­ta­ti­ons­pro­bleme der Statis­tik

Zum einen ist da die oben genannte Defi­ni­tion: aner­kannte Asyl­be­rech­tigte erschei­nen in der Krimi­nal­sta­tis­tik nicht als „Zuwan­de­rer“, sondern als „Nicht­deut­sche.“ Darun­ter werden alle Perso­nen ohne deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit, auch EU-Bürge­rIn­nen, erfasst. Infor­ma­tio­nen darüber, wie groß der Anteil der aner­kann­ten Asyl­be­rech­tig­ten an dieser Gruppe ist, hat das Bundes­kri­mi­nal­amt nicht (hier auf Seite 73). Anders formu­liert kennen wir also nicht die genaue Anzahl der Straf­an­zei­gen gegen alle Geflüch­tete, sondern ledig­lich die Straf­an­zei­gen gegen die „Zuwan­de­rer” im Sinne der Krimi­nal­sta­tis­tik, das heißt die Perso­nen, deren Aufent­halt noch unge­klärt ist oder abge­lehnt wurde.

Hinzu kommen zwei weitere Aspekte. Erstens: die in der poli­zei­li­chen Statis­tik erfass­ten Straf­an­zei­gen sind nicht mit tatsäch­lich began­ge­nen Straf­ta­ten zu verwech­seln. Ob der Verdäch­tige auch wirk­lich der Täter ist, wird nicht von der Poli­zei, sondern von der Staats­an­walt­schaft geprüft – und taucht in der Poli­zei­sta­tis­tik nicht auf. Zwei­tens: Nicht alle Straf­ta­ten, die began­gen werden, landen als Anzei­gen bei der Poli­zei – es gibt viel­mehr eine hohe Dunkel­zif­fer unent­deck­ter oder nicht ange­zeig­ter Delikte. Fach­leu­ten zufolge werden von Auslän­de­rIn­nen verübte Delikte deut­lich häufi­ger ange­zeigt als solche, bei denen der oder die Tatver­däch­tig deutsch ist. Wie groß dieser Unter­schied ist, lässt sich schwer einschät­zen.

Gewalt­de­likte von Geflüch­te­ten werden laut der Studie Zur Entwick­lung der Gewalt in Deutsch­land der Krimi­no­lo­gen Chris­tian Pfeif­fer, Dirk Baier und Sören Kliem „mindes­tens doppelt so oft ange­zeigt“ (hier auf Seite 3). Beson­ders offen­sicht­lich sei dies bei Verge­wal­ti­gungs­de­lik­ten. Der sagte Pfeif­fer, dass die Anzei­ge­quote bei 44 Prozent liegt, wenn der Tatver­däch­tige Auslän­der ist, sich aber auf 18 Prozent redu­ziert, wenn der Tatver­däch­tige und das Opfer Deut­sche sind. Laut den drei Krimi­no­lo­gen sollen Medien und Poli­tik unbe­dingt auf diesen Verzer­rungs­fak­tor hinwei­sen, wenn von Gewalt­kri­mi­na­li­tät durch Geflüch­tete die Rede ist.

Was sagt die krimi­no­lo­gi­sche Forschung?

Anders als die poli­zei­li­che Krimi­nal­sta­tis­tik basiert die Studie von Pfeif­fer, Baier und Kliem auf Daten, die vom Nieder­säch­si­schen Innen­mi­nis­te­rium bereit­ge­stellt wurden und die unter der Kate­go­rie „Flücht­linge“ sowohl Asyl­be­rech­tigte als auch Asyl­be­wer­be­rIn­nen erfas­sen. Die Studie, die im Auftrag des Bundes­mi­nis­te­ri­ums für Fami­lie und Jugend (BMFSFJ) erstellt wurde und Anfang des Jahres für Schlag­zei­len sorgte, beschränkt sich auf Gewalt­de­likte in Nieder­sach­sen, ist aller­dings laut den Autoren auf die ganze Bundes­re­pu­blik über­trag­bar. Denn Nieder­sach­sen sei im Hinblick auf die sozia­len Fakto­ren, die für Krimi­na­li­tät rele­vant sind, ein Durch­schnitts­land. Das Fazit: nach jahre­lan­gem Rück­gang stie­gen die Gewalt­ta­ten im Zeit­raum von 2015 bis 2016 insge­samt um 10 Prozent wieder an (hier auf Seite 2). Die Zunahme der Gewalt­kri­mi­na­li­tät sei maßgeb­lich Flücht­lin­gen zuzu­rech­nen. Die Quote der Geflüch­te­ten bei allen aufge­klär­ten Fällen ist seit 2014 von 4,3 auf 13,3 Prozent ange­stie­gen (hier auf Seite 2). Doch auch hier muss man diffe­ren­zie­ren.


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Zu knapp der Hälfte, schrei­ben die Autoren, lässt sich die erhöhte Gewalt­quote von Flücht­lin­gen damit erklä­ren, dass sich die Zahl der regis­trier­ten Geflüch­te­ten zwischen 2014 und 2016 mehr als verdop­pelt hat: mehr Einwoh­ne­rIn­nen, egal welcher Herkunft, bedeu­tet in der Regel auch mehr Gewalt­ta­ten. Außer­dem soll­ten wich­tige Fakto­ren der krimi­no­lo­gi­schen Forschung in Betracht gezo­gen werden, wie zum Beispiel der hohe Anteil an jungen Männern bei Gewalt- und vor allem bei Sexu­al­de­lik­ten, und die prekäre soziale Lage. In allen Ländern der Welt, und das gilt auch für Deutsch­land, werden Gewalt­ta­ten vor allem von jungen Männern zwischen 14 und 30 Jahren verübt – in sozial prekä­ren Lebens­si­tua­tio­nen und Wohn­ver­hält­nis­sen (zum Beispiel in Flücht­lings­un­ter­künf­ten) erhöht sich deren Anfäl­lig­keit für Krimi­na­li­tät zusätz­lich. Vergleicht man die deut­sche Bevöl­ke­rung mit den Geflüch­te­ten, ist auffäl­lig, dass letz­tere Gruppe im Schnitt männ­li­cher, jünger und sozial schlech­ter posi­tio­niert ist. Unter den Geflüch­te­ten, die nach Deutsch­land gekom­men sind, sind also über­pro­por­tio­nal viele Perso­nen, die auch in der einhei­mi­schen Bevöl­ke­rung beson­ders häufig straf­fäl­lig werden. Dazu kommt das Fehlen der Frauen, die laut der Studie eine „gewalt­prä­ven­tive und zivi­li­sie­rende Wirkung“ haben.

Ein weite­rer Belas­tungs­fak­tor ist laut der Studie die Akzep­tanz der „Macho­kul­tur“: Die Geflüch­te­ten stam­men über­wie­gend aus musli­mi­schen Ländern, die von männ­li­cher Domi­nanz geprägt sind. Reprä­sen­ta­tiv­be­fra­gun­gen des Krimi­no­lo­gi­schen Forschungs­in­sti­tut Nieder­sach­sen (KFN) sind zu dem Ergeb­nis gekom­men, dass junge männ­li­che Zuwan­de­rer aus solchen Kultu­ren soge­nannte gewalt­le­gi­ti­mie­rende Männ­lich­keits­nor­men mehr verin­ner­licht haben als gleich­alt­rige Deut­sche oder in Deutsch­land gebo­rene Jugend­li­che (hier auf Seite 3).

Gibt es Unter­schiede inner­halb der Gruppe der Flücht­linge?

Der Blick auf die einzel­nen Herkunfts­län­der offen­bart große Unter­schiede: Zuge­wan­derte aus Syrien, Irak und Afgha­ni­stan fallen deut­lich selte­ner auf, Menschen aus Marokko, Alge­rien und Tune­sien dage­gen beson­ders oft. Aller­dings: je gefähr­li­cher der Flucht­weg nach Europa, desto höher ist der Anteil junger Männer. Unge­fähr 50 Prozent der Geflüch­te­ten aus Nord­afrika, die vorwie­gend über das Mittel­meer kommen, sind junge Männer. Von den Flücht­lin­gen aus Syrien, dem Irak und Afgha­ni­stan, die vor allem über die Balkan­route einwan­der­ten, sind nur 25 Prozent jung und männ­lich. Dazu kommt die unter­schied­li­che Aner­ken­nungs­per­spek­tive: je gerin­ger die Wahr­schein­lich­keit eines posi­ti­ven Asyl­be­scheids ist (und das gilt beson­ders bei Nord­afri­ka­nern), desto höher die Anfäl­lig­keit für Krimi­na­li­tät (hier auf Seite 2).

Die Studie kommt dazu zu dem Ergeb­nis, dass die Gewalt von Geflüch­te­ten sich vor allem gegen Geflüch­tete selbst oder sons­tige Auslän­der rich­tet: mutmaß­li­che Opfer von gewalt­tä­ti­gen Geflüch­te­ten sind laut Daten zu einem Drit­tel Deut­sche.

Fazit: Noch nicht aner­kannte Geflüch­tete sind laut der poli­zei­li­chen Krimi­nal­sta­tis­tik krimi­nel­ler als Deut­sche: Während sie 2016 nur 2 Prozent der Gesamt­be­völ­ke­rung ausmach­ten, gingen 8,6 Prozent aller Straf­an­zei­gen gegen sie. Vor allem an Gewalt­de­lik­ten ist laut der Studie von Pfeif­fer, Baier und Klim der Anteil von Geflüch­te­ten sehr hoch. Doch ist zu sagen, dass die Krimi­na­li­tät von Deut­schen und Geflüch­te­ten anhand der vorhan­de­nen Zahlen nur bedingt vergleich­bar ist. So berück­sich­tigt beispiels­weise die Statis­tik der Poli­zei ledig­lich Straf­an­zei­gen und nicht rechts­kräf­tig bestä­tigte Straf­ta­ten – und auslän­di­sche mutmaß­li­che Täte­rIn­nen werden viel öfter ange­zeigt als deut­sche. Pfeif­fer, Baier und Klim führen in ihrer Studie weitere soge­nannte krimi­no­lo­gi­sche Fakto­ren an, die den über­pro­por­tio­na­len Anteil von Geflüch­te­ten an Gewalt­de­lik­ten und Straf­ta­ten insge­samt rela­ti­vie­ren: So sind unter den Flücht­lin­gen mehr junge Männer als in der Gesamt­be­völ­ke­rung. Diese Gruppe ist die, die, egal in welchem Land, die meis­ten Straf­ta­ten verübt. Auch fehlende Zukunfts­per­spek­ti­ven spie­len laut den Autoren eine entschei­dende Rolle dabei, ob Geflüch­tete krimi­nell werden – dies erkläre, dass vor allem Flücht­linge aus Nord­afrika auffäl­lig würden. Aufgrund all dieser Fakto­ren, die die Statis­ti­ken verfäl­schen können, bewer­ten wir die Aussage, Flücht­linge seien krimi­nel­ler als Deut­sche mit stimmt teil­weise, ist aber verein­fa­chend.

 


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Francesca Polistina

Autor: Francesca Polistina

Kommt aus Italien, hat Journalismus und Literaturwissenschaften in Italien, Deutschland und Belgien studiert. Derzeit als freie Journalistin und Medienanalystin in Köln tätig. Zeige alle Beiträge von Francesca Polistina

18 Gedanken zu „Sind Geflüch­tete krimi­nel­ler als Deut­sche?“

  1. Zum einen ist da die oben genannte Defi­ni­tion: aner­kannte Asyl­be­rech­tigte erschei­nen in der Krimi­nal­sta­tis­tik nicht als „Zuwan­de­rer“, sondern als „Nicht­deut­sche.“ Darun­ter werden alle Perso­nen ohne deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit, auch EU-Bürge­rIn­nen, erfasst. Infor­ma­tio­nen darüber, wie groß der Anteil der aner­kann­ten Asyl­be­rech­tig­ten an dieser Gruppe ist, hat das Bundes­kri­mi­nal­amt nicht (hier auf Seite 73). Anders formu­liert kennen wir also nicht die genaue Anzahl der Straf­an­zei­gen gegen alle Geflüch­tete, sondern ledig­lich die Straf­an­zei­gen gegen die „Zuwan­de­rer” im Sinne der Krimi­nal­sta­tis­tik, das heißt die Perso­nen, deren Aufent­halt noch unge­klärt ist oder abge­lehnt wurde.

    Diese Aussage beweist doch noch viel mehr, das Flücht­linge „krimi­nel­ler“ als deut­sche sind, da aner­kannte Flücht­linge, laut ihrer Aussage, als nicht­deut­sche und somit nicht als Flücht­linge aufge­führt sind. Man kann ja vermu­ten, das somit ein großer Teil der „nicht­deut­schen“ Flücht­linge sind. Dies würde den Prozent­satz der krimi­nel­len Flücht­linge noch einmal deut­lich anhe­ben.

  2. Grund­sätz­lich ist es rich­tig, was Sie sagen. Aller­dings MUSS man darauf hinwei­sen, dass viele, die hier mit deut­schem Pass leben, aber Migra­ti­ons­hin­ter­grund aufwei­sen, von den ganzen Statis­ti­ken NICHT erfasst werden. Eine ehrli­che Aussage wäre eine Statis­tik über den Krimi­na­li­täts­an­teil von Menschen, die Migra­ti­ons­hin­ter­grund haben im Vergleich zu denen, die diesen eben nicht haben.
    Noch besser wäre eine Verur­teil­ten­sta­tis­tik der Justiz als Vergleich.

    Hier gab es vor kurzem einen Raub­mord durch 4 Deut­sche (Pres­se­aus­sage). Tatsäch­lich waren es 4 Deut­sche mit serbi­schem Migra­ti­ons­hin­ter­grund.

    Wenn wir diese Tatver­däch­ti­gen mit in diese Statis­tik rein­neh­men, wird das Bild etwas realis­ti­scher sein.

  3. Man kann zu dem Thema erst dann etwas Substan­zi­el­les sagen, wenn man die Poli­zei­li­chen Krimi­nal­sta­tis­ti­ken (PKS) des BKA und die Tabel­len des Statis­ti­schen Bundes­amts selbst auswer­tet. Ich tue das.
    Ein Problem des Arti­kels ist, dass er von Flüchtlingen/Geflüchteten spricht. Tatsäch­lich weist die PKS neben Natio­na­li­tä­ten recht gesi­chert nur die Tatver­däch­ti­gen­zah­len für Asyl­be­wer­ber aus.
    Ein ande­res Problem ist, dass falsche Vorstel­lun­gen über Tatver­däch­tige / Täter vorherr­schen. Als Tatver­däch­tige werden in den Statis­ti­ken nur drin­gend Tatver­däch­tige erfasst. Viele Straf­ta­ten sind zudem Offi­zi­al­de­likte: Die Poli­zei ermit­telt dann von sich aus, sie muss nur davon erfah­ren. Einen Deut­schen­bo­nus gibt es in diesem Fall nicht. Das gilt insbe­son­dere bei “Mord und Totschlag”. Folgt man den Aussa­gen des Schluss­ab­schnitts des Arti­kels, dann müss­ten die Auslän­der- und Asyl­be­wer­ber­an­teile bei Mord und Totschlag eigent­lich nied­ri­ger sein als bei ande­ren Straf­ta­ten, da dabei der beschrie­bene “Deut­schen­bo­nus” wegfällt. Es ist aber genau umge­kehrt.
    Bei Mord und Totschlag ist ferner die Aufklä­rungs­quote sehr hoch (bei fast 100 Prozent) und es kommen prak­tisch alle Taten zur Anzeige. In diesem Fall kann also recht salopp von Tatver­däch­ti­ger = Täter ausge­gan­gen werden. Die Ergeb­nisse blei­ben dennoch vergleich­bar mit denen bei ande­ren schwe­ren Gewalt­de­lik­ten. Deshalb spricht Eini­ges dafür, dass die im Schluss­ab­schnitt genann­ten Effekte ohne wirk­li­che Bedeu­tung sind.
    Gemäß meinen eige­nen Berech­nun­gen (auf der Grund­lage der Origi­nal­da­ten des BKA und des Statis­ti­schen Bundes­amts) waren in 2017 Asyl­be­wer­ber pro Kopf ca. 35 Mal so häufig Tatver­däch­tige für Mord und Totschlag wie Deut­sche:

    Ein ande­rer Punkt wird in dem obigen Arti­kel über­haupt nicht ange­spro­chen: Die Krimi­na­li­täts­ra­ten der verschie­de­nen Auslän­der­na­tio­na­li­tä­ten sind charak­te­ris­tisch für die einzel­nen Natio­na­li­tä­ten. Unter­ein­an­der (zwischen den Natio­nen) bestehen zum Teil enorme Unter­schiede (zwischen Alge­rien und Japan z. B. ca. Faktor 200), von Jahr zu Jahr blei­ben aber die jewei­li­gen Krimi­na­li­täts­ra­ten weitest­ge­hend konstant. Sie sind wie gesagt charak­te­ris­tisch für die einzel­nen Natio­na­li­tä­ten. Auffäl­lig ist u. a. der riesen­große Unter­schied zwischen Repu­blik Kongo (sehr hohe Krimi­na­li­täts­ra­ten) und Demo­kra­ti­sche Repu­blik Kongo (recht nied­rige Krimi­na­li­täts­ra­ten), und zwar seit mindes­tens 5 Jahren.
    Man erkennt das Phäno­men unmit­tel­bar hier:

    Sie müss­ten in Ihrem Arti­kel eigent­lich solche Phäno­mene erklä­ren können. Meiner Meinung können Sie das nicht. Ich glaube sogar, dass Sie davon noch nie etwas gehört haben, dabei sind es gerade solche Ergeb­nisse, die Sorgen berei­ten.

    Ich bin deshalb entschie­den dafür, bei schwe­ren Straf­ta­ten die Natio­na­li­tät und den Aufent­halts­sta­tus zu nennen. Es kann nämlich sonst leicht zu einer gene­rel­len Auslän­der- oder Südlän­der­feind­lich­keit kommen. Viele über­se­hen, dass in unse­rem Land Auslän­der­po­pu­la­tio­nen sind (z. B. aus Japan, China, Südko­rea, Taiwan), die sich im Mittel viel weni­ger krimi­nell verhal­ten als die Deut­schen selbst. Und dann gibt es andere, bei denen die Krimi­na­li­täts­ra­ten durch die Decke gehen …

  4. Der Autor der Inter­net­seite mit den angeb­lich 505 Statis­ti­ken kann keine Kommas setzen. Top seriös, dem glaub ich alles.

    Hier mal ein Zitat: „Auuser­dem noch ein Beispiel” Nee danke. Bitte nicht.

    1. Statis­ti­ken[,] die Poli­ti­ker und Presse immer wieder leug­nen!

      Ihr kennt die Sprü­che der Poli­ti­ker und die Propa­ganda der Presse[,] obwohl sich die Presse dabei selbst wider­spricht[,] wie folgende Liste zeigt.

      Zu beden­ken ist noch[,] das[s] Menschen mit 2 [besser: zwei] oder 3 [besser: drei] Pässen und deut­scher Staats­bür­ger­schaft als Deut­sche gezählt werden.
      Au[ß]erdem noch ein Beispiel:
      Ganz lächer­lich wird es[,] wenn ein SPD[-]naher Poli­zei­be­am­ter uns am Beispiel eines Durch­gangs­la­gers bewei­sen will[,] das[s] die Krimi­na­li­tät nicht gestie­gen ist.[ ]Er hat nur leider verges­sen[,] dass[,] wenn die Herren nur 1 [besser: einen] Monat da sind[,] man die Straf­ta­ten mal 12 nehmen [besser: mit 12 multi­pli­zie­ren] müsste für eine statis­ti­sche Berech­nung aufs Jahr gese­hen.[ ]Da aber heut­zu­tage selbst Studen­ten kaum noch [k]opfrechnen können[,] fällt das auch in TV[-]Diskussionen nieman­dem auf oder man bleibt lieber still[,] weil man seinen Job behal­ten will.

      Hier die Liste des Schre­ckens[,] die beweist[,] das[s] sie uns einfach nur dreist ANLÜGEN!
      Manche Straf­ta­ten könn­ten sogar um 90% gesenkt werden[,] wenn…

      Beach­tet auch die Links die [b]eweisen[,] das[s] Statis­ti­ken HERUNTERGERECHNET oder besser gesagt GEFÄLSCHT wurden![ ]Diese sind durch dickere Schrift geken[n]zeichnet.”

      [Hinweis: Beson­ders mit der korrek­ten Verwen­dung der Konjunk­tion “dass” (inkl. der dazu­ge­hö­ri­gen Zeichen­set­zung) schei­nen Sie noch Schwie­rig­kei­ten zu haben, hier empfiehlt sich ein Blick in den Duden: https://www.duden.de/rechtschreibung/dass%5D

  5. Das Fazit wider­spricht der eige­nen vorher­ge­hen­den Analyse. Erst wird darge­legt, dass die Krimi­nal­sta­tis­tik nichts über began­gene sondern über ange­zeigte Straf­ta­ten aussagt und im Fazit gilt dann doch wieder: wer beschul­digt wird ist schul­dig, da braucht man gar nicht erst die Recht­spre­chung zu konsul­tie­ren.
    Die einzige seriöse Art, diese Frage zu beant­wor­ten, wäre die Betrach­tung der Verur­tei­lun­gen. Selbst dann gäbe es immer noch einige Unge­nau­ig­keits­fak­to­ren.

  6. Nach allen vorhan­de­nen Statis­ti­ken, gibt es bei allen weib­li­chen 70 bis 75 Jähri­gen, deren leben­den Eltern Pasta­fa­ris sind, keiner­lei Unter­schiede in der prozen­tua­len Krimi­na­li­tät, egal aus welchem Land Sie stam­men.

  7. Ich verstehe nicht, wie man mit dieser Argu­men­ta­tion zu dem Urteil “stimmt teil­weise, ist aber verein­fa­chend” kommen kann. Erst werden die Probleme der Statis­ti­ken beschrie­ben und im Fazit wird dann doch wieder behaup­tet: “Noch nicht aner­kannte Geflüch­tete sind laut der poli­zei­li­chen Krimi­nal­sta­tis­tik krimi­nel­ler als Deut­sche: Während sie 2016 nur 2 Prozent der Gesamt­be­völ­ke­rung ausmach­ten, gingen 8,6 Prozent aller Straf­an­zei­gen gegen sie.” Genau diesen Schluss kann man eben nicht ziehen, da es sich um Straf­AN­ZEI­GEN handelt, wie zuvor ja darge­legt wurde!
    Die ganzen genann­ten Fakto­ren, die die Krimi­na­li­täts­rate beein­flus­sen, machen die Frage, ob Geflüch­tete krimi­nel­ler als Deut­sche sind, in etwa genauso sinn­voll wie die Frage, ob es Nachts kälter ist als drau­ßen.
    Der rich­tige Schluss wäre daher gewe­sen: die Frage ist zu verein­fa­chend und kann so nicht beant­wor­tet werden! Denn hier werden Äpfel mit Birnen vergli­chen. Das passt zwar nicht in Ihr Bewer­tungs­schema, wäre aber trotz­dem die bessere Option.

    1. 1) Bei Tötungsdelikten/Mord wird so oder so ermit­telt, da brauch es keine Straf­an­zeige seitens eines Bürger. Von daher ist das Anzei­ge­ver­hal­ten für diese Kate­go­rie zumin­dest abso­lut unre­le­vant.

      2) Ja es sind “nur” Anzei­gen, aber sie sind ein eindeu­ti­ger Indi­ka­tor, wenn man davon ausgeht, dass Ermitt­lun­gen für die Grup­pen Deut­sche und Zuwan­de­rer etwa gleich sind und es zu Verur­tei­lun­gen kommt. Da die Erfolgs­quote z.B. bei Tötungs­de­lik­ten gegen den Haupt­ver­däch­ti­gen extrem hoch sind, kann man davon ausge­hen, das eine Anzeige etwa in 90% der Fälle für beide Grup­pen korrekt ist.

      3) Unter Strich bleibt folgen­des: Zuwan­de­rer machen 2% der Bevöl­ke­rung aus und ihr Anteil bei Tötungs­de­lik­ten liegt mit großer Wahr­schein­lich­keit bei 10–14%. Ich möchte beto­nen, dass vor Allem die Inten­siv­tä­ter das Problem sind und 98% der Flücht­linge sich genauso verhal­ten wie Deut­sche. Die Frage bleibt ob man nicht diesen hohen Tötungs­an­teil hätte verhin­dern können, indem man rigo­ros Perso­nen mit Inten­siv­tä­ter­sta­tus- oder Poten­tial abschiebt.

      1. 1) Bei Tötungsdelikten/Mord wird so oder so ermit­telt, da brauch[t] es keine Straf­an­zeige seitens eines Bürger[s]. Von daher ist das Anzei­ge­ver­hal­ten[,] für diese Kate­go­rie zumin­dest[,] abso­lut [ir]relevant.

        2) Ja[,] es sind “nur” Anzei­gen, aber sie sind ein eindeu­ti­ger Indi­ka­tor, wenn man davon ausgeht, dass Ermitt­lun­gen für die Grup­pen Deut­sche und Zuwan­de­rer etwa gleich sind und es zu Verur­tei­lun­gen kommt. Da die Erfolgs­quote z.B. bei Tötungs­de­lik­ten gegen den Haupt­ver­däch­ti­gen extrem hoch [ist], kann man davon ausge­hen, das[s] eine Anzeige etwa in 90% der Fälle für beide Grup­pen korrekt ist.

        3) Unter [dem] Strich bleibt [F]olgendes: Zuwan­de­rer machen 2% der Bevöl­ke­rung aus und ihr Anteil bei Tötungs­de­lik­ten liegt mit großer Wahr­schein­lich­keit bei 10–14%. Ich möchte beto­nen, dass vor [a]llem die Inten­siv­tä­ter das Problem sind und 98% der Flücht­linge sich genauso verhal­ten wie Deut­sche. Die Frage bleibt[,] ob man nicht diesen hohen Tötungs­an­teil hätte verhin­dern können, indem man rigo­ros Perso­nen mit Inten­siv­tä­ter­sta­tus- oder Poten­tial abschiebt.

    2. Schön, dass Sie so aufpas­sen. Es gibt aber keiner­lei Inter­esse, diese Zahlen so zu lesen und zu inter­pre­tie­ren, wie sie klar aussa­gen. Statt­des­sen werden folgende Argu­mente ange­führt: “Auslän­der werden eher ange­zeigt als Deut­sche” oder: “In den Zahlen sind die Delikte, die nur Asylan­ten betref­fen können, enthal­ten.” oder wie hier: “Mehr Menschen bedeu­ten auch mehr Straf­ta­ten.” Und wenn Poli­zei­be­hör­den neuer­dings zur Straf­ta­ten­sta­tis­tik in Deutsch­land Stel­lung nehmen, heißt es: “Die Zahl der Delikte ist in den letz­ten Jahren sogar deut­lich zurück­ge­gan­gen.”
      Dieser sonder­bare Umgang mit Fakten von offi­zi­el­len und media­ler Seite sollte uns Bürgern, die eine freie Meinung und noch dazu eine von korrek­ten Tatsa­chen haben wollen, sehr zu denken geben. Ich jeden­falls lasse mir doch keine Wahr­neh­mungs­stö­rung einre­den. Und wenn die Autoren dieser höchst vari­an­ten Ausle­gun­gen von Wahr­heit glau­ben, damit etwas gegen den drohen­den Extre­mis­mus zu tun, kann ich nur sagen: Wenn sich dieser Extre­mis­mus einmal durch­set­zen sollte, dann haben diese Autoren den Löwen­an­teil daran!

    3. Meiner Meinung nach, werden abso­lut nicht Äpfel mit Birnen verglei­chen und der rich­tige Schluss wäre gewe­sen: Stimmt.
      Da die Aussage ledig­lich ist, dass Flüch­t­inge, die nach Deutsch­land kommt propor­tio­nal krimi­nel­ler sind als wir Deut­schen, spielt das Durschnitts­al­ter keine Rolle. Natür­lich stimmt es, dass junge Männer über­all auf der Welt die meis­ten Straf­ta­ten bege­hen und sehr viele Flücht­linge junge Männer sind; dennoch hat es nichts mit der Aussage zu tun, da es nicht um das Herkunfts­land oder sonst irgend­was geht, sondern ledig­lich um alle Flücht­linge zusam­men. Das viele davon junge Männer sind ist viel­leicht eine Recht­fer­ti­gung aber dennoch kann man sagen, die Aussage stimmt.
      Das Auslän­der öfter ange­zeigt werden als Deut­sche, wozu es wahr­schein­lich keine wirk­li­chen Beweise gibt, doppelt so oft wie oben geschrie­ben, würde immer noch bedeu­ten das 2 Prozent der Bevöl­ke­rung 4 Prozent aller Straf­ta­ten, anstat 8 Prozent wie oben geschrie­ben, verüben würden.
      Das viele Flücht­linge keine Perspek­tive haben, sie unter nicht guten Bedin­gun­gen leben müssen und gestresst sind; voral­lem andere Flücht­linge angrei­fen, wider­le­gen in keins­ter Weise die Aussage, Flücht­linge seien im Durch­schnitt krimi­nel­ler. Ledig­lich zeigt es schwä­chen eines wahr­lich nicht perfek­ten System und ist even­tu­ell eine Folge dessen.
      Deshalb ist die Aussage: “Flücht­linge sind krimi­nel­ler als Deut­sche” abso­lut rich­tig. Korrek­ter wäre es wahr­schein­lich zu sagen:“Flüchtlinge, meis­tens junge Männer die oft wenige Hoff­nun­gen, Perspek­ti­ven und Bildung haben, durch­schnitt­lich etwas öfter ange­zeigt werden im Vergleich zu Deut­schen, bege­hen propor­tio­nal mehr Straf­ta­ten.”

    4. Gezählt wurden alle Straf­ta­ten, auch die asyl­be­ding­ten Straf­ta­ten, für die ein Deut­scher nie in Betracht kommt, weil er kein Asyl in Deutsch­land bean­tra­gen muss. Wegen Verlust von Ausweis­pa­pie­ren oder falscher Aussage zu seinen Asyl­grün­den kann kein Deut­scher belangt werden. Wieder­holte Benut­zung des ÖNPV ohne gülti­ges Ticket machen zwar auch Deut­sche aber nicht regel­mä­ßig. Laden­dieb­stahl, wird bei Deut­schen oft, durch Zahlen einer “Gebühr”, nicht zur Anzeige gebracht. Bei Flücht­lin­gen wird in fast jedem Fall die Poli­zei geholt, bei deut­schen Tätern selte­ner, beson­ders wenn sich Täter und Opfer kennen.

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